Kurz erklärt: Leistungsmessung

Was sind Orientierungsarbeiten?

In Jahrgangsstufe 2 werden in Bayern jährlich Orientierungsarbeiten im Fach Deutsch für den Bereich „Richtig Schreiben“ durchgeführt. Grundlage für diesen standardisierten Test ist der Lehrplan für die bayerische Grundschule. Nähere Informationen finden Sie hier:

  • Orientierungsarbeiten Deutsch ab 2008
  • Archiv Orientierungsarbeiten Deutsch
  • Archiv Orientierungsarbeiten Mathematik

Was sind Vergleichsarbeiten (VERA)?

VERA-3 (VERgleichsArbeiten in der Grundschule) ist ein Testverfahren in den Fächern Mathematik und Deutsch, an dem jährlich alle Schülerinnen und Schüler der Jahrgangsstufe 3 im gesamten Bundesgebiet teilnehmen.

Die Aufgaben sind an den KMK-Bildungsstandards für die Primarstufe orientiert. Im Fach Deutsch wird jährlich der Bereich Leseverstehen getestet sowie an einem zweiten Testtag ein weiterer Inhaltsbereich des Deutschunterrichts. Im Fach Mathematik sind zwei der fünf Teilbereiche der Bildungsstandards Mathematik jährlicher Bestandteil der Vergleichsarbeiten.

Nähere Informationen finden Sie hier:
www.vergleichsarbeiten.isb-qa.de

 

Was sind Lernentwicklungsgespräche?

In den Jahrgangsstufen 1 bis 3 sind die Zwischenzeugnisse an unserer Schule durch Lernentwicklungsgespräche ersetzt worden. Dies ist ein Gespräch zwischen dem Schüler und der Lehrkraft in Anwesenheit eines oder beider Elternteile und dauert etwa 20 Minuten. Einige Tage vor dem Gespräch hat der Schüler seine Kenntnisse und Lernfortschritte in einem Selbstbeobachtungsbogen bewertet. Die Lehrkraft hat ebenfalls einen Beobachtungsbogen über das Kind angefertigt. Die Übereinstimmungen oder eventuellen Abweichungen bestimmen dann den Inhalt des Gesprächs. Stärken können so besonders hervorgehoben werden und bei Schwächen kann gemeinsam nach Fördermöglichkeiten gesucht werden. Am Ende eines Lerngesprächs steht immer eine für das Kind nachvollziehbare Zielvereinbarung für die kommenden Schulwochen. Das Protokoll dieses Gesprächs gilt dann als Zwischenzeugnis.

In der 4. Jahrgangsstufe erhalten die Schüler Ende Januar einen Zwischenbericht über den aktuellen Notenstand und Anfang Mai das Übertrittszeugnis, mit dem sie sich an der weiterführenden Schule anmelden.

 

 

Grundsätze der Leistungsbewertung an der Grundschule Lindau-Aeschach

Um die Leistungsbeurteilung an der Grundschule Lindau-Aeschach transparent zu machen, haben wir die wichtigsten Grundlagen zusammengestellt.

Als gute Schule möchten wir die Freude an der eigenen Leistung fördern. Im Mittelpunkt stehen daher die persönlichen Lernerfolge der Kinder, die besonders hervorgehoben werden.  Durch eine transparente Leistungsmessung sollen die Kinder dazu animiert werden, persönliche Bestleistungen zu erbringen und sich beständig weiter zu entwickeln.

1. Allgemeines

Zu den Aufgaben des Lehrers gehört die Leistungsbeurteilung. Die gesetzliche Grundlage liefern hierfür das Bayerische Erziehungs- und Unterrichtsgesetz  (BayEuG) und die Volkschulordnung (VSO).

Das persönliche Verhalten des Schülers darf keinerlei Einfluss auf die Leistungsbewertung haben.

In die Leistungsbeurteilung gehen mündliche, schriftliche und praktische Leistungen eines Schülers in pädagogischer Verantwortung des Lehrers ein.

Schriftliche Leistungsnachweise werden durch Proben erbracht. Diese müssen sich aus dem Unterrichtsverlauf ergeben und werden nicht angekündigt.

Die Anzahl der Probearbeiten pro Fach gibt die Lehrkraft zu Beginn des Schuljahres bekannt.

Benotet werden Leistungen grundsätzlich erst ab dem 2. Halbjahr der 2. Jahrgangsstufe.

In der Jahrgangsstufe 4 soll bis zum Erhalt des Übertrittszeugnisses in den Fächern Deutsch, Mathematik und Heimat- und Sachkunde eine angemessene Zahl von Probearbeiten abgehalten werden; als Richtwerte gelten im Fach Deutsch zwölf, im Fach Mathematik und im Fach Heimat- und Sachkunde je Fach fünf bewertete Probearbeiten. Im Fach Heimat- und Sachkunde kann eine schriftliche Probearbeit durch eine andere Form der Leistungskontolle z.B. Referat, Präsentation, Versuchsbeschreibung u.ä. ersetzt werden.

Lernzielkontrollen und Probearbeiten in der 3. Jahrgangsstufe werden nicht angekündigt.

In der 4. Jahrgangsstufe werden die Probearbeiten in allen Fächern spätestens eine Woche vorher angesagt. Außerdem werden vier einzelne Wochen als probenfreie Zeit festgelegt und den Kindern und Eltern mitgeteilt. Die probenfreien Zeiten gelten nur für die übertrittsrelevanten Fächer Deutsch, Mathematik und Heimat- und Sachkunde.

Die in der VSO vorgegebenen Probenzahlen sind Richtwerte, keine verbindlichen Pflichtwerte!

Probenfreie Zeiten in der 4. Jahrgangsstufe:

Jeweils die erste volle Unterrichtswoche:

nach den Sommerferien, nach den Herbstferien, nach den Weihnachtsferien, nach den Faschingsferien!

 

2. Aufbau von Probearbeiten:

Bei der Gestaltung der Probearbeiten durch die Lehrkraft sind selbstverständlich individuelle Schwerpunktsetzungen  der Lehrkräfte möglich.

Proben sollen folgende vier Anforderungsstufen aufweisen:

1. Leistungsstufe: Reproduktion (40%)

Der Schüler gibt gedächtnismäßig verankerte Sachverhalte wieder. Sämtliche Fragen stehen analog z.B. im Buch oder im Heft.

Das Kind gibt eingeprägtes Wissen wieder, ohne es zu bewerten. Es kann (auswendig) Gelerntes auf Anforderung unverändert und sicher aus seinem Gedächtnis abrufen. Mit dieser korrekten Gedächtniswiedergabe ist aber noch keinerlei Verständnisleistung verbunden. Beispiele:

DEUTSCH: Welche drei Wortarten kannst du inszwischen unterscheiden?

MATHE: Notiere die 10 Aufgaben des 9er Einmaleins!

HSU: Im Lebensraum Wald haben wir Nadelbäume und Laubbäume kennengelernt. Nenne jeweils vier Baumarten!

 

2. Leistungsstufe: Reorganisation (30%):

Der Schüler verarbeitet den vorher gelernten Stoff selbständig, wobei er Kürzungen, Ergänzungen, Vergleiche und Akzentuierungen durchführt.

Das Kind hat das Gelernte im Wesentlichen verstanden. Es kann den angeeigneten Lernstoff nun auch eigenständig verarbeiten und in bekannten Sachzusammenhängen und Aufgabenstellungen korrekt anwenden. Beispiele:

DEUTSCH: Unterstreiche in diesem Text Namenwörter rot, Tunwörter blau und Wiewörter grün!

MATHE: Weiche Einmaleinsaufgaben fallen dir zu folgenden Zahlen der Hundertertafel ein: 72-56-49-63-45-28-24-21!

HSU: Du hast im Unterricht verschiedene Versuche zu Schallwellen gemacht. Beschreibe den Versuch, bei dem wir Schallwellen sichtbar gemacht haben mit deinen Worten!       

 

3. Leistungsstufe : Transfer (20%)

Der Schüler überträgt Grundprinzipien des Gelernten auf neue, wenn auch ähnliche Aufgabenstellungen.

Das Kind hat auch grundlegende Prinzipien des Lernstoffes klar erkannt, das neu erworbene Wissen strukturiert durchdrungen und geordnet abgespeichert. Es kann das Gelernte nun auch zielstrebig verarbeiten und auch ohne fremde Hilfe auf erweiterte Aufgabenstellungen übertragen und korrekt anwenden. Beipiele:

DEUTSCH: Es gibt zwei Arten von Begleitern für Nomen. Wie heißen sie? Nenne zu jeder Gruppe zwei Beispiele mit passenden Nomen!

MATHE: Aus den drei Zahlen 2,8 und 16 wird eine Einmaleinsaufgabe. Bilde auch Umkehraufgaben und Tauschaufgaben!

HSU: Am Beispiel des Getreides haben wir einen Kreislauf des Lebens kennengelernt. Beschreibe zwei andere Kreisläufe des Lebens!

 

4. Leistungsstufe: Problemlösendes Denken (10%)

Der Schüler löst Aufgaben mit relativ neuen Strukturen in kreativer Weise.

Problemlösendes Denken beweist ein Kind, wenn es das Gelernte auch auf unbekannte Aufgabenstellungen sicher übertragen kann und dabei eigenständig neue Lösungswege entwickelt und bewältigt. Es zeigt auf diesem Wege, dass es imstande ist und Freude daran hat, für gewohnte Problemstellungen eigene Lösungswege zu entwickeln, korrekt umzusetzen und diese Lösungsstrategien -falls nötg- zu überprüfen und ggf. zu überarbeiten. Beispiele: 

DEUTSCH:  Mit Hilfe von Wortbausteinen kannst du aus Tunwörtern auch Namenwörter bilden, die der gleichen Wortfamilie angehören: Schreibe drei Beispiele auf!

MATHE: Schwierige Sachaufgabe, deren Struktur nicht im Unterricht behandelt wurde.

HSU: In der Pause siehst du ein Kind sein Brot wegwerfen. Was sagst du? Welche Argumente fallen dir ein?

 

Eine absolut einwandfreie Trennung der vier Anforderungsstufen ist nicht möglich. Ganz konkret heißt das in der Praxis:

Schüler, die im Sachunterricht auswendig gelerntes Wissen wiedergeben, in Deutsch nur geübte Inhalte fehlerlos schreiben oder in Mathematik keine schwierigen Sachaufgaben lösen können, erhalten bestenfalls die Note "befriedigend".

Die Notenstufen "gut" und "sehr gut" werden nur dann erteilt, wenn vom Schüler auch Denk- und Transferleistungen erbracht werden.

In Proben können auch Inhalte abgefragt werden, die mündlich im Unterricht (oder während eines Unterrichtsganges) besprochen worden sind und nicht im Heft oder Buch nachgelesen werden können.

In den Jahrgangsstufen 1/2 und 3/4 herrscht ein einheitlicher Notenschlüssel. Aber auch hier gilt wieder die pädagogische Verantwortung des einzelnen Lehrers.

Notenschlüssel in der Jahrgangsstufe 1/2:

100% - 93%: 1        92% - 77%:   2            76% - 61%:  3

  60% - 45%: 4        44% - 20%:   5            19% -  0%:   6

Notenschlüssel in der Jahrgangsstufe 3/4:

100% - 91%: 1        90% - 77%:   2           76% - 57%:   3

  56% - 39%: 4        38% - 25%:   5           24% -   0%:   6

 

Die Benotung von Diktaten ist abhängig vom Umfang und Schwierigkeitsgrad des Textes!